Land und Leute in Vietnam


Land und Leute in Vietnam

Nach der Wiedervereinigung von Nord- und Südvietnam im Jahr 1975 wurde Hanoi, die ehemalige Hauptstadt Nordvietnams, zur Hauptstadt der gesamten Sozialistischen Republik Vietnam.

Mit einer Bevölkerung von rund 102 Millionen Menschen zählt Vietnam zu den bevölkerungsreicheren Ländern Südostasiens. Die Bevölkerung ist insgesamt relativ jung, aber der Altersdurchschnitt liegt inzwischen bei etwa 33,4 Jahren. Zum Vergleich: Der Altersdurchschnitt in Deutschland beträgt etwa 44,9 Jahre.

Vietnam erstreckt sich über eine Fläche von etwa 332.800 km², was in etwa der Größe Deutschlands entspricht. Trotz des fortschreitenden demografischen Wandels bleibt Vietnam ein Land mit einer dynamischen, wachsenden Bevölkerung und einem faszinierenden kulturellen Reichtum.

Wirtschaft und Exportprodukte

Vietnam hat sich als bedeutender Akteur im internationalen Handel etabliert. Die wichtigsten vietnamesischen Exportprodukte umfassen Schuhe, Textilien, Meeresfrüchte und landwirtschaftliche Erzeugnisse. Besonders bemerkenswert ist, dass Vietnam weltweit führend im Export von schwarzem Pfeffer, Cashewnüssen und Naturkautschuk ist. Diese Produkte machen einen erheblichen Teil der Exportwirtschaft aus und tragen wesentlich zum Wirtschaftswachstum des Landes bei.

Religionen

In Vietnam ist der religiöse Glaube stark von einer Vielzahl an Philosophien und spirituellen Traditionen beeinflusst. Viele Vietnamesen bezeichnen sich als Atheisten, was jedoch nicht bedeutet, dass sie ohne spirituelle Überzeugungen leben. Im Alltag spielen Buddhismus, Taoismus, Konfuzianismus, Animismus und der Ahnenkult eine wichtige Rolle. Besonders der Ahnenkult ist tief in der vietnamesischen Kultur verwurzelt. In beinahe jedem Haushalt befindet sich mindestens ein Ahnenaltar, an dem Verstorbene verehrt werden und um Rat gefragt wird. Zudem werden zahlreiche traditionelle Feste zu Ehren der Ahnen abgehalten, was den respektvollen Umgang mit den Vorfahren und den Glauben an ihre fortwährende Präsenz im Leben der Lebenden widerspiegelt.

Neben der weit verbreiteten Praxis des Ahnenkults und der spirituellen Traditionen gibt es auch religiöse Minderheiten in Vietnam. 9,3% der Bevölkerung bekennen sich zum Buddhismus, 6,7% zum Katholizismus, und etwa 1,5% sind Anhänger des Hoa Hao, einer reformierten buddhistischen Bewegung. Etwa 1,1% der vietnamesischen Bevölkerung folgt dem Cao Dai, einer synkretistischen Religion, die Elemente aus verschiedenen Glaubenssystemen vereint. 0,5% sind Protestanten, und eine kleine Minderheit von 0,1% bekennt sich zum Islam. Diese Vielfalt in den religiösen Überzeugungen zeigt, wie offen und tolerant Vietnam gegenüber verschiedenen spirituellen Praktiken ist.

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Bevölkerung

Etwa 88% der Bevölkerung Vietnams sind ethnische Vietnamesen, die eine lange gemeinsame politische, soziale und kulturelle Geschichte teilen. Neben dieser Mehrheit gibt es in Vietnam 53 weitere ethnische Gruppen, die das Land mit ihrer vielfältigen Kultur bereichern. Die wirtschaftlich bedeutendste Minderheit stellen die Hoa (Auslandschinesen) dar, die größtenteils in den Großstädten Vietnams leben und oft schon seit mehreren Generationen dort ansässig sind.

Im ländlichen Flachland sind es insbesondere die Khmer und die Cham, die das Bild prägen. Die Khmer, die ihre Traditionen über viele Generationen hinweg bewahrt haben, leben vorwiegend im Mekong-Delta im Süden Vietnams. Die Cham, Nachfahren des ehemaligen Königreichs Champa, sind vor allem in den zentralvietnamesischen Städten Qui Nhon und Phan Rang zu finden. Während ihre Traditionen in diesen Regionen lebendig bleiben, ist auch Chau Doc, im westlichen Teil des Mekong-Deltas gelegen, ein wichtiger Ort für die Cham. Heute sind viele von ihnen im Reisanbau tätig und pflegen ihre landwirtschaftlichen Wurzeln.

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Bergvölker

Die rund 50 Bergvölker Vietnams bewohnen etwa 65% der Landesfläche und lassen sich in zwei große ethnische Gruppen unterteilen: Zum einen die malaiisch-polynesischen Völker des Zentralen Hochlands, zu denen unter anderem die Jarai, Ede, Bahnar, M’Nong und Cotu gehören. Zum anderen die sino-tibetischen Stämme im Norden, zu denen die Tay, Nung, Tai, Hmong und Dao zählen.

Jedes dieser Völker besitzt eine eigene Kultur und Sprache, die sie von anderen abhebt. Trotz dieser Vielfalt gibt es deutliche Ähnlichkeiten in den Sitten, Gebräuchen und Sprachen, die darauf hindeuten, dass sich das nordvietnamesische Bergvolk der Muong einst von einem vietnamesischen Urvolk abgespalten haben könnte.

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